Zorn und Fassungslosigkeit – in Worte gefasst …

ein Kommentar von Doris Alt

„Festung Europa“ auf Kosten Griechenlands?

Es ist ja so einfach, den Griechen alle Schuld in die Schuhe zu schieben – für mich ist es eine Schande!  Ein Land, das ohnehin schon in großen Schwierigkeiten steckt, wird allein gelassen mit der unglaublichen Belastung, Hunderttausende in Empfang zu nehmen,  notdürftig zu versorgen und irgendwie In Richtung Norden zu leiten. Von der unmenschlichen Aufgabe ganz abgesehen, immer wieder Menschen vor dem Ertrinken zu retten – oder, schlimmer noch, die Leichen derer zu bergen, die es nicht geschafft haben.

Wie stellen sich die schlauen Köpfe, allen voran unsere Innenministerin, das „Sichern der Außengrenze“ vor? Haben  sie schon mal irgendwann auf die Landkarte geschaut?  Wie wäre es, wenn österreichische  Einsatzkräfte tagtäglich Menschen aus dem Meer retten – oder auch die Ertrunkenen „herausfischen“ müssten?
Soll die griechische Marine, sollen die Frontex-Schiffe (so genug da sind) die Schlauchboote zurückführen an die türkische Küste – oder sie der Einfachheit halber gleich versenken???

Wenn man den Türken schon Milliarden anbietet, dann doch bitte für die Errichtung von einer Art Hotspots  für Asylsuchende  ebendort. D a s  sollte Teil der Verhandlungen mit der Türkei sein. Auch im Libanon und in Jordanien muß es solche Anlaufstellen geben, damit diese unseligen Schlepperfahrten, wenn nicht komplett gestoppt, so doch wenigstens drastisch reduziert werden.
Das erspart dann  weitgehend  die groß angelegten Kontrollen an den Binnengrenzen – und vor allem die Lager, die mit Sicherheit entstehen, wenn z.B. in Österreich die „Obergrenze“ im wahrsten Sinne des Wortes „schlagend“ wird …

Menschen, die kaum Anrecht auf Asyl haben und es weiter auf illegale Weise versuchen, in die EU zu kommen, wird es immer geben  - aber gewiss nicht in diesem kaum zu bewältigenden Ausmaß.

Wo bleibt die gemeinsame europäische Außenpolitik, die viel bessere Möglichkeiten hätte, mit den Staaten, aus denen Menschen ohne Anrecht auf Asyl kommen, Vereinbarungen über eine Rückführung zu treffen?

Wir wollen alle Vorteile der globalisierten Welt nutzen – und aus Europa ein Gebilde aus lauter nationalen Käfigen machen??  Wie sollen wir das in einigen Jahren einmal unseren Kindern erklären, um deren Zukunft es doch auch geht?

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